Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit großer Wirkung

Wenn die Schilddrüse weniger Hormone produziert als der Körper benötigt, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion. Das schmetterlingsähnliche Organ, welches sich unterhalb vom Kehlkopf an der Luftröhre befindet, produziert das lebenswichtige Schilddrüsenhormon Thyroxin. Dieses besteht aus Jod und Eiweiß. Das zweite wichtige Schilddrüsenhormon Trijodthyronin findet sich im Körper in der erforderlichen Menge aus T4. Diese Hormone beeinflussen den Stoffwechsel, den Kreislauf, unser psychisches Wohlbefinden und das Wachstum. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist nicht heilbar und muss mit Medikamenten dauerhaft behandelt werden. Nimmt man diese regelmäßig ein, kann ein ganz normales Leben geführt werden.

Ursachen

Die Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion liegt oftmals in einer Störung der Schilddrüse selbst. Nur in seltenen Fällen ist die Hypothyreose angeboren. Eine Hypothyreose entsteht beispielsweise auch, wenn wichtige Regelzentren des Gehirns nicht richtig arbeiten. Jodmangel aufgrund der Ernährung löst in seltenen Fällen eine Unterfunktion aus und geht des Öfteren einher mit einer Vergrößerung der Schilddrüse, die man Kropf / Struma nennt.

Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich bereits im Mutterleib. Die typischen Anzeichen werden schon in den ersten Lebensmonaten sichtbar. Diese Säuglinge haben eine verminderte Aktivität, Trinkschwächen und ihre Zunge ist stark vergrößert. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt oder zu spät behandelt, kann es zu vielfältigen Entwicklungsstörungen kommen. Die Ursachen für solch eine angeborene Unterfunktion sind:

– Das Fehlen der Schilddrüse
– Störungen der Hormonproduktion der Schilddrüse
– Veränderungen des Schilddrüsengewebes
– Schädigung der kindlichen Schilddrüse während der Schwangerschaft im Mutterleib aufgrund von Jodmangel
– Schilddrüsenunterfunktion der Mutter

Typisch für eine Schilddrüsenunterfunktion ist ihr schleppender Verlauf. Die Beschwerden am Anfang sind kaum spürbar und entwickeln sich schleichend. Deshalb wird die Krankheit in der Regel spät erkannt. Der gefährliche Mangel an Schilddrüsenhormonen wirkt sich auf viele Organe aus und die Patienten leiden deshalb speziell unter diesen Symptomen:

– Muskelschwäche
– Antriebslosigkeit, Müdigkeit, depressive Stimmungen
– blasse, trockene und kühle Haut
– Spröde und brüchige Haare
– chronische Verstopfung
– verlangsamte Reflexe
– unregelmäßige Regelblutung
– eventuell einen Kropf
– Gewichtszunahme und erhöhte Blutfettwerte

Oftmals erhält der Arzt durch die Schilderungen von dem Patienten Hinweise, dass es sich um eine Unterfunktion handeln könnte. Dadurch, dass viele der Symptome wie Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme zunächst nicht eindeutig sind, ist die Unterfunktion nicht immer gleich feststellbar. Hat der Arzt eine Vermutung, kommen folgende Maßnahmen infrage, um festzustellen, ob eine Unterfunktion vorliegt. Dazu gehören eine Blutuntersuchung, die Ultraschalluntersuchung sowie die Szintigrafie. Das Ziel hierbei ist, den Mangel an Hormonen auszugleichen, um die Beschwerden der Patienten zu lindern und zu beseitigen. Dadurch, dass die Unterfunktion der Schilddrüse aus einer Unterversorgung mit Hormonen resultiert, werden diese dem Körper in Form von Tabletten zugeführt. Abgesehen von seltenen Ausnahmen, muss die Behandlung mit Tabletten lebenslang und ohne Unterbrechungen erfolgen. Diese Schilddrüsenpräparate bestehen aus synthetisch hergestelltem Thyroxin (T4), das mit dem T4 der Schilddrüse nahezu identisch ist.

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